Update: Was noch so passierte bei der Aktion.
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7:07 Update: Was noch so passierte bei der Aktion.
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7:07 Update: Kann man hier runterladen.
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7:07 mit denen Zugangsanbieter rechtswidrige Downloads von Musikstücken verhindern und zugleich eine Inanspruchnahme von "Kern-Diensten" erlauben könntenMit den Kern-Diensten meinen sie wahrscheinlich den Lookup von IP zu Namen, die Payment-Dienste und ihre Werbeserver. Wi-der-lich.
7:07 A member of Iceland's parliament and prominent organiser for whistle-blowing website WikiLeaks has turned on the site's founder, Julian Assange, demanding that he step down over rape allegations made against him in Sweden.Sie sagt, sie sei nicht wütend auf Julian, aber das habe alles nichts mit Wikileaks zu tun und er solle sich mal in Ruhe darum kümmern und jemand anderen machen lassen.
7:07 The fights it’s sparked between the military and its main contractor, Electronic Data Systems (now owned by Hewlett-Packard), have been epic. And then there’s that contract; after paying out $10 billion, the Navy still doesn’t own a single router. So it’s giving HP another $3.3 billion dollars — a “hostage” payment, as one Department of the Navy civilian put it, mostly so the military can buy the gear and look at the network blueprints sailors and marines have used for a decade.Für mich stellt sich da vor allem die Frage, ob EDS ihr Geschäftsmodell von T-Systems kopiert hat oder ob sie dafür Lizenzgebühren abdrücken müssen :-)
Unten in den Kommentaren kommen auch ein paar HP/EDS-Leute zu Wort, die natürlich andersherum finden, dass sie da übel übervorteilt wurden, und auch ein Marine, der folgendes schreibt:
Ships run the Common PC Operating System Environment (COMPOSE). It’s essentially a Windows server with a huge and insanely convoluted proprietary set of applications that are all somehow dependent on one another. Not a day goes by where there isn’t something that isn’t working correctly on the network, and when you dedicate time and effort to troubleshoot the problem and then report your findings back to the SME’s at SPAWAR or Juno, you’re told to reinstall the entire server! It’s like someone at Juno decided that since they can’t control the network on the ship, they’ll just make it such a complicated piece of crap that we’ll have no choice but to turn to them and ask why we can’t do something as simple as change a password using their proprietary tools.Das sind US-Kriegsschiffe, über die wir hier reden. Die können ganze Länder plattballern. Und SO werden die betrieben! OMFG
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7:07 In bis zu 85 Prozent der Fälle könne seitdem der Computer, der für eine Straftat benutzt werde, keinem bestimmten Nutzer mehr zugeordnet werden, sagte Ziercke. Bei mehr als zwei Drittel der unbeantworteten Anfragen gehe es um Kinderpornografie.Er sagt also, mit anderen Worten, dass das BKA zu inkompetent ist, rechtzeitig nachzufragen, und deshalb bleiben die Fälle alle liegen. Und um tatsächliche Straftaten, bei denen jemand zu Schaden kommt (was ja beim Angucken von jahrzehntealten Kinderpornofotos nicht der Fall ist), kümmern sie sich offensichtlich auch nur am Rande, wenn überhaupt. Den Steuermilliarden, die wir in diese Behörde pumpen, versickern also völlig nutzlos im Sande. Aus meiner Sicht steht einer Schließung des BKA daher nichts mehr im Wege. Ziercke sagt ja selber, dass sie keine meßbare Leistung erbringen.
7:07 Die Vermutung, die Stadtpolizei würde mit diesem Kasten auch Freier erfassen oder gar eine Freierkartei anfertigen, bezeichnet Cortesi als «Blödsinn». Sämtliche Nummern von nicht gesuchten Haltern würden sofort gelöscht.Völlig abwegig, der Gedanke!1!!
Automatisierte Kompromatsammlung. Schon beeindruckend.
7:07 The Israeli army said the raids were in retaliation for attacks against Israelis over the past week.It comes days after the start of direct peace talks between Israeli and Palestinian leaders.
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7:07 Nearly every Iraqi newspaper carried complaints about the idea of the show, with many well-known figures asking for it to be canceled. Some said it was simply too close to Iraq’s daily reality.
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21:22 Es ist schon ein Kreuz mit den Religionen! Nur die wenigsten Anhänger des Islam sind islamistisch und die evangelikalen Christen haben nur sehr wenig mit der Evangelischen Kirche zu tun. Wer soll sich da noch auskennen?
Bild.de schon Mal nicht: Das Fachmagazin für christliche Werte schreibt über die Ankündigung eines radikalen evangelikalen Pfarrers aus Florida, am 11. September eine Koran verbrennen zu wollen, Folgendes:

Auch andere Redaktionen haben nicht so genau hingesehen, so zum Beispiel bei der Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", beim Schweizer "Tagesanzeiger" und bei "Die Presse". Spiegel Online und evangelisch.de haben nach Leserhinweisen nachgebessert.
Ursprung des Religion-Mischmaschs waren wohl gleich zwei Agentur-Meldungen, die den christlichen Fundamentalisten zum evangelischen Priester Pastor machten: Um 10.05 Uhr hatte die Nachrichtenagentur AFP den Fehler verbreitet und schickte 34 Minuten später eine Korrekturmeldung. Um 11.17 Uhr folgte der Basisdienst der dpa in Hamburg mit dem gleichen Fehler. Dass die Agentur seit dem Nachmittag mehrere Meldungen ohne die Verwechslung publiziert hat, wurde bei vielen Abnehmern offenbar nicht zur Kenntnis genommen.
Aber die Worte des Herrn haben schon immer ihre Zeit gebraucht, um zu allen durchzudringen.
Mit Dank an Florian V., Ivo B. und Arne A.
13:59 Was ist ein Hubsteiger?
(a) das schwäbische Wort für Hubschrauber
(b) ein veralteter Begriff für Hubschrauber
(c) eine besondere Art Hubschrauber, die nicht schraubt, sondern steigt
(d) kein Hubschrauber
Richtig ist Antwort (d). Falsch dagegen waren die dpa-Meldungen über die Räumung eines Baumhauses von Gegnern des Bauprojektes Stuttgart 21, in denen es u.a. hieß:
Wie die Polizei mitteilte, wurden vier Aktivisten von einem Sondereinsatzkommando auf den Bäumen gefasst und mit Körben an einem Hubschrauber zu Boden gelassen.
In Wahrheit war es nicht ganz so dramatisch: Es handelte sich, wie es auch in der Polizeimitteilung (PDF) hieß, nur um einen Hubsteiger, also eine Hebebühne, deren Einsatz man hier sehen kann.
Die dpa-Landesdienste Südwest haben sich heute früh um 8.29 Uhr korrigiert. Aber in ungezählten Online-Medien ist nach wie vor von einem Hubschrauber die Rede.
Mit Dank an moa und Martin B.!
13:03 Es gibt wohl kaum etwas, was Michaele Salahi nicht täte, um bekannt zu werden
erklärt "Spiegel Online" und ist sich der Ironie dieser Aussage offenbar nicht bewusst.
Michaele Salahi und ihr Mann jedenfalls sind "mit einer Unverfrorenheit" schon einmal "vorübergehend groß heraus" gekommen:
Die Ex-Cheerleaderin der Washington Redskins und der Winzer schafften es, sich uneingeladen zu einem Staatsdinner ins Weiße Haus zu stehlen.
Was "Spiegel Online" nicht ahnen konnte: Wer es schafft, sich selbst ins Weiße Haus zu schmuggeln, der schafft es auch, sich als frühere Cheerleaderin der Washington Redskins auszugeben. In einem Artikel über Salahis Auftritt mit den Cheerleaderinnen betont die "Washington Post" jedenfalls vier Mal, dass sich niemand daran erinnern konnte, dass die Frau jemals Mitglied gewesen sei:
Ihre Zweifel stiegen, als Salahi einige grundlegende Cheerleader-Routinen nicht ausführen konnte, darunter die Standard-Choreographie zum Teamsong "Hail to the Redskins".
(Übersetzung von uns.)
Mit Dank an Ralf M.
8:54 6 vor 9
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.
1. "Empfehlungen zur Amok-Berichterstattung"
(presserat.info)
Der deutsche Presserat stellt einen Leitfaden zur Amokberichterstattung (PDF-Datei, 54 Seiten) online, der mit einigen praktischen Negativbeispielen von "Bild" und Bild.de operiert. "Der Leitfaden soll Journalisten bei wichtigen Fragen im Redaktionsalltag eine Orientierung geben. Welche Fotos dürfen wir veröffentlichen? Welche Namen dürfen wir nennen? Welche Informationen über den Täter und die Tat können wir bringen?"
2. "Wer ist der echte und wer der falsche Kachelmann?"
(tagesschau.de, Video, 3:33 Minuten)
Die "Tagesthemen" über den ersten Tag im Prozess gegen Jörg Kachelmann. "Fast schon hysterisch die Stimmung vor dem Prozess des Jahres, an dem es die eine Wahrheit nicht gibt."
3. "Erbarmen! Nun retten Schauspieler die Welt"
(faz.net, Jan Hauser)
Jan Hauser bemerkt vermehrt Schauspieler in den Talkshows: "Die Fernsehmacher suchen ein bekanntes Gesicht abseits der üblichen politischen Verdächtigen. Das soll den Zuschauer veranlassen, während des Schaltens durch die Fernsehprogramme inne zu halten. Die Schauspieler sollen Authentizität vermitteln und einfache Wahrheiten verbreiten."
4. "Sarrazins 18 Prozent: Und, was können Sie sich so vorstellen?"
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Jonas Schaible schreibt zur Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" (BILDblog berichtete) und was daraus in anderen Medien wird: "(…) weder auf der Emnid-Seite noch auf Bild.de finde ich detaillierte Angaben zur Ausarbeitung der Studie. Es fehlen sämtliche Hintergrundinformationen, es fehlt alles, dass Ergebnisse einer Studie eigentlich überprüfbar macht, das erlaubt, eine Studie einzuschätzen."
5. "Punk’d, Iraqi-Style, at a Checkpoint"
(atwar.blogs.nytimes.com, Yasir Ghazi, englisch)
Versteckte Kamera im irakischen Fernsehen: Prominenten werden Bombenattrappen ins Auto gelegt, worauf sie von gespielten Grenzwächtern zur Rede gestellt werden: "'Why do you want to blow us up?’ 'You are a terrorist.’ 'How much did they pay you to do it? You will be executed.'" Unklar ist, ob das Material mit oder ohne vorherige Aufklärung der Prominenten gedreht wurde.
6. "When it comes to phone hacking, the press is the elephant in the room"
(guardian.co.uk, Charlie Brooker, englisch)
Charlie Brooker erzählt die Geschichte einer Prominenten, die einen "ultimate celebrity faux pas" begangen habe, nämlich an zwei Tagen das genau gleiche Kleid zu tragen. Und erklärt, warum die britischen Medien so wenig zur "News of the World phone hacking affair" zu sagen haben.
11:04 Jede Menge verteidigende Kommentare, eine Debatte über Meinungsfreiheit und erste Anflüge von Personenkult. Man kann es nicht anders sagen: "Bild", "Bild am Sonntag" und Bild.de haben in der Sarrazin-Debatte endgültig auf Kampagnenmodus umgeschaltet.
Den jüngsten Höhepunkt stellt eine Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" dar. Völlig ungeachtet der Tatsache, dass Sarrazin selbst bei jeder Gelegenheit Ambitionen auf die Gründung einer eigenen Partei abstreitet, stellte sich "Bild am Sonntag" die eigentlich völlig überflüssige Frage:
Aber hätte eine solche politische Kraft bei Wahlen überhaupt eine Chance? BILD am SONNTAG wollte es wissen und gab bei Emnid eine Umfrage dazu in Auftrag. Das Ergebnis ist für die etablierten Parteien ein Schock: 18 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, eine Partei zu wählen, deren Vorsitzender Thilo Sarrazin heißt.
Und so sieht das dann auf Bild.de aus:

18 Prozent klingen zunächst sehr eindrucksvoll, selbst wenn das schon eine ganz andere Hausnummer ist als die rund 90 Prozent pro Sarrazin, die Bild.de regelmäßig in Umfragen unter den eigenen Lesern feststellt. Auch alle, die glaubten, hinter Sarrazin stünde wenigstens eine (schweigende) Mehrheit, müssten von den 18 Prozent eher enttäuscht sein.
Können 18 Prozent dennoch zu Recht als "Umfrage-Schock" bezeichnet werden? Immerhin klingt das so, als könnte eine Sarrazin-Partei als dritt- oder viertstärkste Kraft in den Bundestag einziehen.
Der Trick bei dieser Art von Umfrage ist allerdings, dass diese 18 Prozent so gut wie nichts mit tatsächlich zu erwartenden Stimmen bei einer Wahl zu tun haben. Wichtig ist hier die Fragestellung und die lautet: "Könnten Sie sich vorstellen, eine neue Partei zu wählen, wenn Thilo Sarrazin Vorsitzender dieser Partei wäre?" Jeder Befragte verfügt dabei praktisch über beliebig viele Stimmen. Denn es geht nur darum, ob man sich vorstellen (!) kann, (irgendwann einmal) eine solche Partei zu wählen. Die meisten der 18 Prozent können sich wahrscheinlich auch vorstellen, noch ganz andere Parteien zu wählen.
Zum Vergleich: Im März 2008 konnten sich 27 Prozent der im ARD-Deutschlandtrend vorstellen, die Linke zu wählen. Bei der Bundestagswahl 2009 kam sie trotzdem nur auf 11,9 Prozent.
Wenn sich also durch die Emnid-Umfrage, die übrigens für eine Friedrich-Merz-Partei 20 Prozent und für eine Joachim-Gauck-Partei 25 Prozent festgestellt hat, ein Trend abzeichnet, dann ist es der, dass diese Umfragen ein Garant dafür sind, Schlagzeilen zu machen und deshalb in letzter Zeit zunehmen.
Erst vor zwei Wochen ließ der "Focus" ebenfalls Emnid ermitteln, wie viele Deutsche sich vorstellen könnten, "eine bürgerlich-konservative Partei rechts der CDU" zu wählen (20 Prozent) und erzeugte damit ein großes Medienecho.
Wie wenig diese Art von Umfrage tatsächlich aussagt, erkennt man spätestens, wenn man sich ansieht, wer als letztes bei einer solchen "Können Sie sich vorstellen"-Umfrage auf 18 Prozent gekommen ist. Nein, es waren nicht die Schuhsohlen von Guido Westerwelle. Es war Horst Schlämmer:

Was für eine Lawine des Unfugs die angeblich 18 Prozent für Horst Schlämmer damals losgetreten haben, kann man hier nachlesen:
8:54 6 vor 9
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.
1. "Bild setzt Alice Schwarzer auf Kachelmann an"
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
Alice Schwarzer erhält von "Bild" eine wöchentliche Kolumne, in der sie den Prozess gegen Jörg Kachelmann begleitet. "Dass Kachelmann seine frühere Geliebte vergewaltigt hat, scheint für Schwarzer bereits festzustehen."
2. "Offenheit: Mit Vorsicht zu genießen"
(fr-online.de, Daniel Bouhs)
Daniel Bouhs kommentiert die Meldung "Verbraucherzentrale kritisiert Bild-Shop" auf der Titelseite von "Bild" am Freitag.
3. "Lässt 'Heute’ die Grünen für Dichand-Blasphemie büßen?"
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Helge Fahrnberger sammelt kritische Schlagzeilen der Wiener Gratiszeitung "Heute" zur Partei "Die Grünen": "Seit Ende Mai erschien alleine in der Printausgabe im Schnitt alle 3,7 Tage ein kritischer Artikel über die Grünen, darunter 21 große (mehrspaltige) Artikel. Angesichts des nur wenige Seiten umfassenden Politikteils eine enorme Menge.
4. "Die Aufregungsspirale"
(dradio.de, Brigitte Baetz)
Die Sarrazin-Debatte: Brigitte Baetz haben die vergangenen Tage gezeigt, dass Journalisten "nicht die Vermittler von Fakten und begründeten Meinungen, sondern die Veranstalter eines großen Kasperletheaters" sind.
5. Interview mit Gottfried Schatz
(nzz.ch, Francesco Benini)
Biochemiker Gottfried Schatz glaubt, man wisse noch zu wenig, um konkrete Aussagen zu vererbter Intelligenz zu machen. "Meine Vorfahren im südlichen Burgenland waren arme Bauern, deren Kinder meist als ungebildete Unterschicht in die USA zogen und sich dort emporarbeiteten. Hätte Sarrazin recht, stünde es um mein vererbtes intellektuelles Potenzial nicht zum Besten. Unterschichten haben uns grosse Genies geschenkt und werden dies wohl auch in Zukunft tun."
6. "Ghana: Das Geschäft mit dem Elektroschrott"
(ardmediathek.de, Video, 7:10 Minuten)
Wie Elektroschrott aus Deutschland in Ghana verarbeitet wird.
4:19
17:13
17:13 Nun, der Bundesgerichtshof hatte die Durchsuchung seiner Wohnung für illegal erklärt (Überraschung!). Klingt wie ein Sieg, ist es aber nicht, denn Entschädigung gibt es nur für legale Razzien. WTF! Meine Fantasie reicht regelmäßig nicht, um die neuen Absurditäten unseres Systems auch nur vorherzusagen. Das ist ja wohl eine Schweinerei sondergleichen.
17:13 Die genetischen Thesen von Herrn Sarrazin sind nicht mit den modernen Erkenntnissen zur Evolutionsbiologie des Menschen vereinbar.Und am Ende setzen sie der vernichtenden Richtigstellung noch die Krone auf, indem sie diesen Literaturhinweis geben:
Literatur zum Thema:Da muss man ja fast Mitleid kriegen. Treffer, versenkt. (via)
Barbujani G, Colonna V (2010). Human genome diversity: frequently asked questions. Trends in Genetics 26: 285-295.
17:13 Das Bundeskriminalamt und der Bundesverfassungsschutz sollen künftig enger zusammenarbeiten. Nach dem Willen von Innenminister de Maizière sollen zunächst Führungskräfte beider Behörden rotieren. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter reagiert "irritiert" auf die Pläne.Personalrotation! Ist ja krass. Das mit den Führungskräften glaube ich denen nicht eine Sekunde lang, seit ich von einer Kriminaloberkommissarin als Zeuge vernommen wurde. Das klingt nach Führungskraft, oder nicht? Die hat da ganz normalen Zeugen-Vernehmen-Dienst an der Schreibmaschine gemacht.
17:13 Das war Absicht.
Damit die kinderlosen Deutschen nicht aussterben und mehr Kinder kriegen.
Nun sagen wir mal, jemand hat vier Kinder, und kriegt pro Monat 773 Euro Kindergeld. Das sind pro Tag 25 Euro. Und davon soll man Essen, Miete (die Differenz wegen größerer Wohnung), Kleidung und Schulsachen zahlen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber meine Fantasie reicht nicht, um da auf einen Profit zu kommen.
15:36 Ehrgeizig sind sie ja, das muss man den Autoren des Panorama-Ressorts von "Spiegel Online" lassen. Anders lässt sich nämlich kaum erklären, warum sie es wagen, sich mit den Schmutz- und Tränenprofis von "Bild", "Bunte" & Co. zu messen.
Ein aktueller Artikel etwa, den "Spiegel Online" aus der britischen "Daily Mail" zweitverwertet (das ist so üblich) und mit einer elfteiligen Fotostrecke (Titel: "Einmal Ersatzteillager und zurück") angereichert hat, dreht sich um das amerikanische "Reality-TV-Sternchen" Heidi Montag. Ihre Berühmtheit rührt hauptsächlich daher, dass sie an nur einem Tag zehn Schönheitsoperationen über sich ergehen ließ. Und genau unter diesem operierten Körper leidet sie inzwischen:
Ich möchte nicht, dass meine Nase abfällt wie die von Michael Jackson.
Und was fällt "Spiegel Online" dazu ein?

Und:
So ist das mit Ersatzteilen – manche halten, andere nicht. Heidi Montag, Reality-TV-Sternchen, unterzog sich einer körperlichen Generalüberholung und ließ zehn Schönheits-OPs an einem Tag durchführen. Nun bereut sie den Schritt: Die Nase bröckelt, und das Silikon bereitet Unannehmlichkeiten.
Dass zu Michael Jacksons Schicksal deutlich mehr gehört als die Angst vor dem Verlust der Nase, weiß man spätestens seit letztem Jahr. Außerdem sind es Schmuddelmedien wie "Spiegel Online", wo zu Heidi Montags Schönheitsoperationen in diesem Jahr bereits neun Artikel (Klickstrecken inklusive) erschienen sind, für die sich Frauen unters Messer legen.
Apropos ziemlich viel von irgendetwas an nur einem Tag: In einem anderen aktuellen Artikel zur Tattoo-Künstlerin Kat von D, die in Deutschland vor allem deshalb bekannt ist, weil sie die Neue von Sandra Bullocks Ex ist, kann man unter der launigen Überschrift "Jesse James’ Neue faselt von großer Liebe" lesen:
Sie ist 28, arbeitet als Tattoo-Künstlerin und nennt sich Weltrekordlerin, seit sie sich im Dezember 2007 binnen 24 Stunden 400 Tätowierungen stechen ließ.
Tatsächlich war es aber genau andersherum: Kat von D ließ sich nicht stechen, sondern stach selbst binnen 24 Stunden 400 Tätowierungen an verschiedenen Personen. Weltrekordlerin wiederum kann sie sich schon lange nicht mehr nennen, denn ihr Rekord wurde seitdem schon mehrfach gebrochen.
Vermutlich haben sich die Autoren hier vom deutschen Wikipedia-Eintrag zu Kat von D verwirren lassen. Dort heißt es:
Am 14. Dezember 2007 setzte sie mit 400 Tattoos innerhalb von 24 Stunden den Weltrekord.
Was soll man sagen? Die Anpassung des "Spiegel Online"-Panoramaressorts an andere Boulevardmedien scheint zu funktionieren — zumindest, was Niveau und Recherche angeht.
Mit Dank an Nina.
Nachtrag, 7. September: "Spiegel Online" hat den Artikel über Kat von D zum Teil korrigiert:
In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass sich die Tattoo-Künstlerin Kat von D. Weltrekordlerin nennt, weil sie sich im Dezember 2007 binnen 24 Stunden 400 Tätowierungen stechen ließ. Korrekt ist, dass Kat von D. innerhalb von 24 Stunden 400 Tattoos gestochen hat und sie sich deshalb Weltrekordlerin nennen darf. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.
15:26 Ohne Worte:
Mit mehr Worten:
Mit Dank auch an die vielen Hinweisgeber.
15:06 Die baskische Untergrundorganisation ETA hat (mal wieder) einen Waffenstillstand angekündigt.
Grund genug für "Welt Online", in einer 26-teiligen Bildergalerie voller Schwerverletzter und Toter noch einmal an die Bombenanschläge auf Pendlerzüge in Madrid vor sechseinhalb Jahren zu erinnern:

Anschläge, die allerdings nicht auf das Konto der ETA gehen, wie "Welt Online" auf dem letzten Bild auch selbst mitteilt.
Mit Dank an Sören H.
21:55 Das Landgericht ging laut einer Mitteilung der Hamburger Justizbehörden davon auch, dass sich YouTube die von den Nutzern ihrer Plattform hochgeladenen Inhalte zu Eigen gemacht hat. Daraus folgten "erhöhte Prüfpflichten" im Hinblick auf die Inhalte der Videos, denen die Google-Tochter nach Auffassung der den Fall behandelnden Kammer nicht nachgekommen ist.Das klingt ja verdächtig nach der bei den Forenhaftungs-Klagen zur Schau gestellten Weltanschauung des LG Hamburg. Na super. Grasen die jetzt alle möglichen "zu Eigen machen" Anwendungsmöglichkeiten der Reihe nach ab, bis im Internet kein Stein mehr steht? Das kann ja nicht mehr lange dauern, bis sie Abgeordnetenwatch zumachen oder den E-Petitions-Server des Bundestags zumachen.
Hoffentlich hat Google mitgekriegt, dass Karlsruhe die ganzen LG-Hamburg-Entscheidungen jeweils wieder gekippt hat, wenn jemand Revision eingereicht hat.
21:55 Er gehe davon aus, dass sich Wulff nicht ohne Anhörung einem Schnellverfahren anschließe, zumal er die Stärkung der Demokratie und des offenen Diskurses als sein Zentralthema gewählt habe.Öh ... wie meinen? Wulffs Zentralthema ist die Stärkung der Demokratie?!? Wie kommt Sarrazin denn auf dieses dünne Brettchen?
21:55
21:55
21:55 The fire is a setback for the oil industry, which has been arguing that drilling in the Gulf is safe and that the BP explosion was a rare event. It came only 24 hours after companies including Mariner had staged a rally in Houston against a moratorium on deepwater drilling in the Gulf. About 5,000 employees had been bussed in for the rally.Mwahahahahaha
21:55
21:55 Die CIA hat neulich ne Umfrage gemacht, welche befreundeten Geheimdienste sich am freundschaftlichsten verhalten.
“Israel came in dead last,” a recently retired CIA official told me the other day.Überraschung!Not only that, he added, throwing up his hands and rising from his chair, “the Israelis are number three, with China number one and Russia number two,” in terms of how aggressive they are in their operations on U.S. soil.
21:55 Wir haben viel Feedback gekriegt, dass ihr mit dem Audio nicht einverstanden wart von Folge 3. Der Hall war nervig, das sehen wir ein. Zu unserer Verteidigung sei gesagt, dass die Folge mit Kopfhörern deutlich besser verständlich ist als mit Lautsprechern. Wir geloben Besserung.
21:55 One of Portugal's most famous television presenters and a former ambassador were among six men found guilty today of involvement with a paedophile prostitution ring that exploited children from state-run orphanages.Man muß bei sowas immer vorsichtig sein. Der Fall ist aber sechs Jahre untersucht und sorgfältig vor Gericht verhandelt worden. Aus dem Status von Anschuldigungen und Ermittlungen ist der raus.[...]
Members of Portugal's media, civil service and professional elite were alleged to be regular abusers of the boys, some younger than 14. Even well-known politicians were involved, it was initially rumoured. A flood of accusations from boys who had passed through the Casa Pia system followed. Some 32 boys alleged at least 800 crimes
Die Details sind allerliebst:
Former secretary of state for families Teresa Costa Macedo, who presented the evidence to Ramalho Eanes and sent a dossier to police that was later lost, said she received anonymous threats by phone and post.Beweise verloren? Na sowas!
21:55 Und soll ich euch was sagen? Belgien geht es nicht schlechter. Im Gegenteil. Die hatten keine großen Skandale mehr, keine Internetzensur, kein Three Strikes, nirgendwo hat sich die Lage verschlimmert (wie in allen Nachbarländern). Die hatten auch eine Wirtschaftskrise, wo ihnen ihre größte Bank geplatzt ist, aber das haben sie auch ohne Regierung überlebt. Ich glaube langsam, das belgische Modell ist das beste, was man sich wünschen kann. Mein Ideal für die nächste Wahl ist daher, dass keine Regierung zustandekommt und die sich jahrelang rumzanken und dann wenigstens nichts mehr noch schlimmer wird.
In den Niederlanden haben sie über eine von Wilders (dem Anti-Moslem-Neonazi) geduldete Minderheitenregierung nachgedacht. Selbst wenn das zustandegekommen wäre, wäre das ein handlungsunfähiges erstarrtes Gebilde geworden.
Update: Wilders ist nicht bloß ein stumpfer Nazi, sondern der vertritt abgesehen von seiner Anti-Moslem-Agenda auch liberale Standpunkte wie Schwulenehe oder pro Abtreibung. So einfache Schablonen wie früher sind das nicht mehr. Wilders ist auch nicht gänzlich gegen Einwanderer, er hat eine Ungarin geheiratet. Übrigens: Belgiens Interims-Regierungschef hat gerade bekanntgegeben, dass er zurück zu seinem Job als Parteichef gehen will. Damit gibt es wohl nochmal Neuwahlen dann.
Update: Christian (von Mogis) stellt gerade per Mail richtig, dass Belgien DOCH Internetzensur hat. Wikipedia stimmt ihm zu.
21:55 The stand-off came as the bank's third-biggest shareholder, Mahmoud Karzai – the elder brother of President Hamid Karzai – called for a US bailout of the stricken bank.Ich dachte ja erst, das sei der hier, aber ist er nicht. Der CIA-Drogendealer heißt Ahmen Wali, der Banker heißt Mahmoud Karzai. Die haben ja echt alle Abteilungen der organisierten Kriminalität abgedeckt da :-)
Übrigens, wenn man dem mal hinterhergoogelt, findet man heraus, dass der vor zehn Jahren noch Restaurants in den USA betrieben hat.
Mahmoud Karzai has major interests in the country's only cement factory, its dominant bank, its most ambitious real-estate development, its only Toyota distributorship and four coal mines.Oh und die Handelskammer leitet er auch noch. Wenn das kein goldenes Händchen ist! Wo wohl das Geld dafür hergekommen ist? Jedenfalls hat das nicht mit seiner Familie zu tun, findet er.
Hier ist Wikipedia zu Hamid Karzai, ich zitiere mal:
Karzai has six brothers, including Mahmoud Karzai and Quayum Karzai, who are both Afghan American restaurant owners in the Baltimore–Washington Metropolitan Area of the United States, as well as Ahmed Wali Karzai who is the representative for the southern Afghanistan region. Quayum is also the founder of the Afghans for a Civil Society in Maryland. Karzai has one sister, Fauzia Karzai, who is the manager of Helmand restaurant in Cambridge, Massachusetts.Vor meinem geistigen Auge ergibt sich folgende Situation:
Hey George, Dick hier!Du, pass mal auf. Wir marschieren doch nächsten Monat in Afghanistan ein. Wir brauchen da mal einen Präsidenten. Kennst du da jemanden? Was ist denn mit dem Restaurant, wo wir neulich waren? Der spricht wenigstens gut Englisch! Und der macht doch auch einen geschäftstüchtigen und verlässlichen Eindruck, oder? Na siehst du. Den nehmen wir!
21:55 Von der Ölindustrie sind wir ja schon einiges gewohnt, aber das ist selbst für deren Verhältnisse auffallend abstoßend.
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21:55 Update: das ist eher eine schwimmende Raffinerie als eine Bohrinsel.
21:55 OK, Google Mail, Fuck You. Soweit kommt es noch, dass ich auf die Zeit, die ihr mir mit euren Spammern stiehlt, noch Zeit drauflege, um irgendwelche versifften Webformulare zu bedienen. Da blockiere ich doch lieber Google Mail insgesamt. Was für eine Frechheit! Boah über sowas könnte ich mich ja eine Woche am Stück aufregen. Das ist wie wenn BP bei ihrem Ölproblem an die Anwohner Schäufelchen und Plastiktüten verteilt! Der Spam ist EURE SCHULD, IHR sollt da den Aufwand bei der Bekämpfung haben, nicht ich als eh schon geschädigtes Opfer.
Widerliches Pack, elendes. Müsste man direkt wegnuken, diese ganzen versifften Freemailer, die das Internet mit Spam zukippen und dann auch noch die Kosten für die Bekämpfung externalisieren wollen.
21:55 "We have been setting up re-education camps. We call them universities"re-education camps sind keine Bildungscamps sondern das übersetzt man am besten als Umerziehungslager.
15:03 Zugegeben: Das mit Europa, das ist unübersichtlich. Es gibt die Europäische Union (EU), die auf die Europäischen Gemeinschaften (nicht zu verwechseln mit der Europäischen Gemeinschaft) zurückgeht, den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat oder dem Rat der Europäischen Union), den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Gerichtshof der Europäischen Union, obwohl genau das immer wieder geschieht), das Europäische Parlament und die Europäische Kommission, die wiederum Teil der EU sind, außerdem die Europäische Rundfunkunion, die UEFA und die Band Europe. Da kann man schon mal durcheinander kommen.
Trotz dieser offensichtlichen Verwechslungsgefahren nähern sich Journalisten Themen, in denen es irgendwie um Europa geht, häufig mit großer Ahnungslosigkeit Sorglosigkeit. Statt noch mal eben schnell nachzugucken, wird da gerne mal einfach vor sich hinbehauptet. Denn letztlich wissen vor allem die Leser: Europa, das ist immer auch Bürokratie-Irrsinn und irgendwie schlecht für Deutschland.
Im Mai rief die Schweizer Politikerin Doris Stump bei einer Gleichstellungskonferenz des Europarats zum Kampf gegen sexistische Stereotype in den Medien auf, im Juni schließlich schloss sich der Europarat ihren Forderungen an und empfahl dem Ministerkomitee (und damit seinen Mitgliedsstaaten), in den eigenen Verwaltungen auf eine Verwendung "nicht-sexistischer Sprache" zu achten. Beobachter(innen), die zur Resignation neigen, werden festgestellt haben, dass die Fortschritte auf dem Gebiet in den letzten 20 Jahren anscheinend nicht sehr groß waren.
Gestern veröffentlichte dann "Bild" auf Seite 1 eine kleine Meldung, deren Langfassung auf Bild.de erschien. Autor Stefan Ernst ging dabei nicht nur auf die Empfehlung des Europarats ein, sondern füllte seinen Text auch mit zahlreichen Beispielen geschlechtsneutraler Sprache aus Frau Stumps Schweizer Heimat an, die allerdings in keinem direkten Zusammenhang zur Empfehlung des Europarats standen. Das alles war also nicht gerade neu und einigermaßen irreführend, aber auch nicht falsch.
"Welt Online" verkürzte schon etwas und hob den "Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren" der Schweizer Bundeskanzlei (PDF) in neue Höhen:
Der Rat in Straßburg will Sexismus bekämpfen und rät zu geschlechtsneutraler Sprache. Es gibt bizarre Ersatzvorschläge.
Europamäßig war da aber noch alles im grünen Bereich.
Schlimmer erwischt hat es da schon den "Berliner Kurier", der dem Thema heute gleich zwei Kommentare, geschlechtergerecht geschrieben von Mann und Frau, widmet: Martin Geiger echauffiert sich über den "EU-Irrsinns-Stadl" und fragt angesichts der Straßburger Empfehlungen und des Schweizer Leitfadens:
Wie viel Fantasie muss in Brüsseler Amtsstuben herrschen, um im Wort "Fußgängerzone" den puren Sexismus der übelsten, chauvinistischen Art auszumachen.
Geigers Kollegin Stefanie Monien geht gleich noch einen Schritt weiter und listet unter der Überschrift "EU will Mama und Papa abschaffen" noch ein paar "Gaga-Empfehlungen für die EU" ("zum Schmunzeln") auf und erklärt, dass die Schweiz "im Übrigen" gar nicht zum Europarat gehöre — was dann richtig wäre, wenn es tatsächlich um die EU ginge und nicht um den Europarat. Konsequenterweise hat die "Hamburger Morgenpost" Moniens Kommentar gleich die Dachzeile "EU total verrückt" verpasst.
Mit Dank an Florian S. und Henning.
8:54 6 vor 9
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.
1. "Das verstehe ich nicht"
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Andreas Bernard)
Andreas Bernard kann nicht verstehen, warum Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" von "Spiegel" und "Bild" vorabgedruckt wurde und es nun seit zehn Tagen "mit solcher Vehemenz als Debattenstifter in Erscheinung tritt".
2. "Wo Rauch ist, da ist auch Feuer"
(zeit.de, Bernd Ulrich)
Bernd Ulrich stellt zur Sarrazin-Debatte fest, dass in den Medien "zumeist migrantenfreundliche Menschen tätig sind". Jedoch wirke das, was sie sagen, oft steril, "die Absichten scheinen durch, Correctness ersetzt Kenntnis". "Mittelschicht allüberall, mit sehr ähnlichen Biografien. Dass sich daraus keine lebendige Wahrnehmung der wirklichen Welt der Migranten ergibt, liegt auf der Hand." Abgeholfen werden könnte dem durch die Verpflichtung von bisher in den Redaktionen unterrepräsentierten Gruppen (genannt werden Migranten, Arbeiterkinder oder Ostdeutsche).
3. Interview mit Lucia R.
(derstandard.at, Harald Fidler)
Die unbeteiligte Lucia R. wird von österreichischen Medien als Mordopfer und Prostituierte präsentiert. "Es verletzt wirklich sehr, wenn das eigene Bild in einem solchen Zusammenhang missbraucht wird. Sowas können nur wirklich unverantwortliche Menschen tun."
4. "Branchenkritik – Sonntags gibt's Enten"
(persoenlich.com, Peer Teuwsen und Ralph Pöhner)
Peer Teuwsen und Ralph Pöhner thematisieren die Schweizer Sonntagszeitungen: "Die wirtschaftlich lukrativen Wochenend-Titel züchten zwei Tiere, die bislang in der Zoologie unbekannt waren: erstens den Sonntagsbären, mit dem der Leserschaft eine übertrieben zugespitzte Wahrheit aufgebunden wird. Zweitens die Sonntagsente: Hier wird eine Nachricht (gestützt auf 'Insider’ oder 'gutinformierte Personen') selbst bei wackliger Quellenlage veröffentlicht, wobei man notfalls eine Falschmeldung riskiert."
5. "Gekaufter TV-Auftritt"
(beobachter.ch, Otto Hostettler)
Der medizinische Leiter der im Schweizer Fernsehen ausgestrahlten Sendung "Gesundheit Sprechstunde" kontaktiert per E-Mail "gezielt PR-Agenturen, die zahlungskräftige Pharmaunternehmen zu ihren Kunden zählen. Diese sollen einen fünfstelligen Betrag bezahlen, damit sie einen pharmagenehmen Experten für die Sendung vermitteln dürfen." Siehe dazu auch "Fragwürdige Methoden bei Suche nach Sponsoren für 'Gesundheit Sprechstunde'" (tagesanzeiger.ch, Maurice Thiriet).
6. "Bitte aufblättern"
(magda.de, Sabine Böhne)
Sabine Böhne versucht, Studenten das Zeitungslesen beizubringen.
16:57 Nachdem er seit anderthalb Wochen die Titelseiten der Zeitung füllt, stellt "Bild" heute mal eine entscheidende Frage:

Und so erfährt der Leser, dass Sarrazin als Baby mit der Mutter vor den Russen geflohen ist ("auf einem britischen Lkw voller Hopfen"), seine Mutter ihm für zwei Jahre das Taschengeld gestrichen hat, er mittags nur zwei halbe belegte Brötchen ("Käse, Kochschinken") isst, Tortendiagramme dafür aber "immer selbst" erstellt.
Außerdem:
Seine Karriere
Diente unter neun Ministern, acht Staatssekretären, drei Ministerpräsidenten (u. a. Rudolf Scharping). Stieg trotz SPD-Parteibuch unter Finanzminister Theo Waigel (CSU) auf. Fachwissen und Erfolg (z. B. als Finanzsenator in Berlin) unbestritten. Bundesverdienstkreuzträger.
Nur: Thilo Sarrazin hat gar kein Bundesverdienstkreuz.
Womöglich hat "Bild" da einfach einen Artikel aus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom September 2003 missverstanden, in dem es hieß:
Dieser Tage sagte Sarrazin, über die Gebührenerhöhung – durch die der Kostendeckungsgrad der Kindergärten, Krippen und Horte von 11,7 auf 13,1 Prozent wachsen soll – werde in Berlin diskutiert, "als ob wir Kinder ins Konzentrationslager schicken". Daß so einer nicht mit 65 Jahren, mit der Ernst-Reuter-Plakette und dem Bundesverdienstkreuz am Bande versehen, in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird, kann man sich leicht vorstellen.
Die Ernst-Reuter-Plakette hat Sarrazin natürlich auch nicht. Und da sollen wir die Sache mit dem Kochschinken glauben?
Mit Dank an Philipp L.
13:37 Die Dresdner Regionalausgabe von "Bild" hat eine "Riesenpleite" entdeckt, nach der inzwischen kein Hahn mehr kräht:
Schweinegrippe! So hieß die Sau, die im vergangenen Jahr durch jedes deutsche Dorf getrieben wurde. Möglichst jeder sollte sich gegen das "gefährliche, tödliche Virus H1N1″ impfen lassen.
Ja, möglichst jeder, auch in der "Bild"-Redaktion. Chefredakteur Kai Diekmann "war der Erste". Um die Bedenken jener zu zerstreuen, die unsicher waren, ob sie diese Impfung auch wirklich brauchen.
Trotz oder wegen des Vorbilds Diekmann oder wegen möglicher Risiken und Nebenwirkungen reagierten die meisten Bürger zurückhaltend auf die Impfung. Inzwischen sind die Impfdosen verfallen und für den Steuerzahler viele Millionen Euro Kosten aufgelaufen.
Es bleibt, über die Ursache der "Riesenpleite" nachzudenken. Wer es war, der diese "Sau" im vergangenen Jahr durch "jedes deutsche Dorf getrieben" hatte.
Bei "Bild" und "Bild am Sonntag" war das Thema Schweinegrippe im Herbst 2009 in weniger als einem Monat zwölfmal die Titelgeschichte (BILDblog berichtete).
Überhaupt wurden 2009 dazu viele, sehr viele Artikel veröffentlicht. Die folgende Auswahl ist daher sicherlich unvollständig:





Am 11. November 2009 forderte "Bild" von Gesundheitsminister Philipp Rösler, Schluss zu machen mit dem "Schweinegrippen-Chaos". Punkt 1 lautete:

Und jetzt nochmals die Empörung darüber rund zehn Monate später:
Und heute? Die Riesenpleite. Kein Hahn kräht mehr nach der Schweinegrippe. Laut Robert Koch-Institut ließen sich gerade mal 340 200 (8,1 %) der 4,2 Millionen Sachsen impfen. Die verbliebenen Dosen stehen nun in Lagern und verfallen nach und nach!" title="Screenshot Bild.de" width="232" height="274" class="alignnone size-full wp-image-22076" />
Exekutivpolitiker sind bei drohenden Pandemien in der Zwickmühle. Treffen sie keine Vorkehrungen für den Worst Case, wird ihnen schon präventiv eine mögliche Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Medien wie "Bild" dagegen sind bei drohenden Pandemien in einer komfortablen Ausgangslage. Sie können zwar Panik schüren, müssen sich aber nicht für die Folgen verantworten.
8:54 6 vor 9
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.
1. Interview mit Volker Lilienthal
(freitag.de, Matthias Dell)
Für Volker Lilienthal sind Journalisten heute zu häufig Duckmäuser. Er empfiehlt ihnen Haltung: "Es gibt ein Bedürfnis nach natürlicher Autorität, Kinder brauchen Vorbilder. Genauso braucht man in der öffentlichen Wahrnehmung Figuren, zu denen man ein wenig aufblicken kann, Journalisten, von denen man glaubt, dass die etwas zu sagen haben, dass die sich etwas trauen."
2. "Generation Farbband"
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz denkt über Journalisten seines Alters nach, die die Entscheidungen in den Printverlagen treffen. "So lange es aber meine Generation ist, die Entscheidungen fällt, sie aber gleichzeitig nicht ernsthaft versteht, was da überhaupt passiert, wird es schwierig werden, die richtigen Entscheidungen zu bekommen. Und solange werden sie weiter untergehen, die Vertreter und die Medien der 'old school’."
3. "Eingebetteter Journalismus"
(knappdaneben.net)
Max Küng, Mitarbeiter von "Das Magazin", schreibt einen Artikel über ein von Jörg Boner ("Atelier Pfister") designtes Bett. Gleichzeitig erscheint auf der Facebook-Seite der Firma ein von ihm geführtes Interview mit Boner. Küngs Chefredakteur, Finn Canonica, meldet sich in den Kommentaren: "Max Küng hätte nie für Möbel Pfister ein Interview machen dürfen und anschliessend bei uns im Blatt über den selben Designer schreiben. Das war ein fast unverzeihlicher Fehler, das wird nicht mehr vorkommen."
4. "Tabloid Hack Attack on Royals, and Beyond"
(nytimes.com, Don van Natta Jr., Jo Becker and Graham Bowley, englisch)
Ein langer Artikel befasst sich mit den britischen Journalisten, die in den Besitz der PINs der Handy-Mailboxen von Mitgliedern des Königshauses kamen und diese abhörten.
5. "Washington Post Suspends Columnist for Twitter Hoax"
(nytimes.com, Joseph Plambeck, englisch)
Ein Sportkolumnist der "Washington Post" wird beurlaubt, weil er, angeblich absichtlich, eine Fehlinformation twitterte.
6. Interview mit Gina
(laurencethio.de)
Gina erzählt Laurence Thio von ihrem Praktikum in der Online-Redaktion von "Cicero". "Zu der Zeit war gerade der neue Chefredakteur Michael Naumann beim Cicero und der wollte auch etwas an der Inneneinrichtung verändern. Und da haben wir ihm irgendwelche Spiegel hin und her getragen und Obstschalen von A nach B verrutscht." Eine zweite Meinung ist in den Kommentaren zu lesen.
15:48 Im April eröffnete die Axel Springer AG den "Bild Shop", in dem Kunden "jede Woche neue Themenwelten je nach Saison oder zu bestimmten Anlässen und Events sowie täglich ein besonders attraktives oder günstiges 'Produkt des Tages'" finden können sollen.
Die Verbraucherzentrale NRW hat die Angebote etwas genauer unter die Lupe genommen und bei ihren Stichproben "viele Merkwürdigkeiten" entdeckt: Die "Preishämmer" gab es in anderen Onlineshops im Schnitt fast zehn Prozent billiger, "Publikumslieblinge" kamen weitgehend ohne Kundenbewertungen daher und das Attribut "Testsieger" bezog sich teilweise auf Tests, die bis zu fünf Jahre zurück lagen.
Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem "Bild Shop" inklusive vieler Beispiele hat die Verbraucherzentrale heute als Pressemitteilung veröffentlicht:
Mit Dank an Martin B.
14:15 Im Frühjahr ist die einstmals renommierte Fernsehzeitschrift "Gong" vom Presserat dafür gerügt worden, dass die Rezepte ihres großen Weihnachtsmenus durchsetzt waren mit Hinweisen auf Produkte der Firma Unilever (BILDblog berichtete). Noch trauriger als die Schleichwerbung an sich ist allerdings der Versuch der Rechtsabteilung der "WAZ"-Gruppe, sie zu rechtfertigen. Der Presserat fasst ihre Stellungnahme so zusammen:
[...] man habe durch die Reaktion von Lesern festgestellt, dass bei der Verwendung spezieller Zutaten eine redaktionelle Produktempfehlung gewünscht sei. Insofern habe man durch die Nennung konkreter Produkte das Informationsinteresse des Lesers bedient. Dies betreffe maßgeblich die Empfehlung von Produkten wie "Suppenliebe Hühnersuppe", "Cremefine" und "Fix für Nudel-Mozzarella-Gratin". Der Leser könne aufgrund dieser Hinweise erkennen, welche Art von Zutat Verwendung gefunden habe. Gegebenenfalls könne er, sofern vorhanden, auf Konkurrenzprodukte zurückgreifen, da jedenfalls eine für das Verständnis des Lesers ausreichende Individualisierung durch die Produktnennung erreicht worden sei. Auch sei nicht zu beanstanden, dass das Produkt "Cremissimo-Schokoladeneis" genannt wurde, da dieses aufgrund seiner Konsistenz und Streichfähigkeit besonders gut für die Verwendung im Rahmen des Rezeptes geeignet sei.
Das ist natürlich alles nicht wahr.
In Wahrheit bezieht der "Gong" einen Großteil seiner Rezepte einfach von der Firma Unilever. Die bietet Redaktionen dafür eine eigene Datenbank im Internet, die, wie ihr Name "Rezept & Bild" nahelegt, auch gleich hochauflösende Fotos der Gerichte enthält.
Unilever stellt diese Inhalte kostenlos zur kommerziellen Nutzung zur Verfügung — unter einer Bedingung: Die darin natürlich immer enthaltenen Namen ihrer Marken wie "Knorr", "Mondamin" und "Rama" müssen genannt werden. In den Nutzungsbedingungen heißt es:
Zulässig ist es, die Produkt-Kategorie zusammen mit einer Marke der Unilever Gruppe in Klammern zu nennen. Bsp.: 'Bourbon-Vanille (z.B. von Cremissimo))’.
Genau so verfährt der "Gong". In der vergangenen Woche gab es drei Braten-Rezepte von Unilever mit der entsprechenden Schleichwerbung für Unilever-Produkte (siehe rechts). In dieser Woche dreht sich auf den "Gong"-Rezeptseiten alles um den Kürbis, mit einem Lachsfilet-Rezept von Pfanni, einem Curry-mit-Rind-Rezept von Mondamin, einem Krosse-Plätzchen-Rezept von Rama und einem Putenbraten-Rezept von Knorr.
Mit dem Informationsinteresse der Leser, wie die sich für ihren Qualitätsjournalismus für bekannt haltende "WAZ"-Gruppe behauptet, hat das alles nichts zu tun. Sondern damit, wie Unternehmen die Lücke füllen, die durch sinkende Etats und Qualitätsansprüche in den Redaktionen entsteht, und redaktionelle Inhalte durch werbliche Inhalte ersetzen — sicherlich nicht nur in so harmlosen Bereichen wie Kochrezepten.
Die Rüge des Presserates hat der "Gong" übrigens bereits am 1. April mit einem irreführenden Text veröffentlicht. Sollten sie auch sorgfältige "Gong"-Leser übersehen haben, könnte das daran liegen, dass die Redaktion einen außerordentlich unauffälligen Platz wählte: im Klein- und Kleinstgedruckten zwischen Leserbriefen und Impressum.

Mit großem Dank an Max M.!
12:39 Jedenfalls haben wir jetzt eine Situation, dass ein CDUler als einziger jemanden feuern kann, der der SPD massiven Schaden zufügt. Wieso sollte Wulff das tun? Wulff und Merkel sind doch in der idealen Position gerade! Die können sich zurücklehnen, ab und zu ein zugleich entrüstetes und versöhnliches Statement abgeben, und bei einem Caipirinha der SPD beim immer tiefer in die Scheiße fahren zugucken. Es gibt doch überhaupt keine Motivation für die, da auch nur einen Finger zu krümmen!
Und mit seiner Ausländerhetze treibt Sarrazin das Volk auch gleich den "Konservativen" in die Arme. Perfekt! Ob die CDU dem Sarrazin heimlich Geld zusteckt? "Mach mal weiter, Mann! Wir verlegen dir auch dein Buch kostenos! Und wir haben da Kontakte zum ZDF, da kommst du einmal in alle Talkshows!"
12:39
12:39 Update: Die Wikipedia-Helden haben den Artikel gelöscht. Wunderbar! Dann halt neue Rechtschreibung. Immer schön professionell bleiben, liebe Wikinker!
12:39
12:39
12:39 Vadim Makarov at the Norwegian University of Science and Technology in Trondheim and his colleagues have now cracked it. "Our hack gave 100% knowledge of the key, with zero disturbance to the system," he says.Überrascht? Solltet ihr nicht sein, denn die Forschergruppe hat auch schon auf dem 26C3 vorgetragen. :-)
12:39 "Mit normalen Jagdmethoden ist das Problem nicht mehr zu lösen."Erinnert mich an Aliens: Nuke the site from orbit! It's the only way to be sure!
12:39
12:39 Das Projekt soll den russischen Öllieferungen nach Europa Konkurrenz leisten, sagte Regierungschef Wladimir Putin am Sonntag vor Ort.Das kann man jetzt so und so lesen. Entweder sie wollen vorbeugen, dass wir Ernst machen mit erneuerbaren Energien. Oder sie wollen unsere Preise so stark erhöhen, dass wir womöglich woanders hin ausweichen, und uns mit dem Zaunpfahl winken, dass sie uns nicht brauchen, wir aber sie. Oder das ist ganz normale Diversifizierung.
Der Teil der Pipeline auf chinesischer Seite ist noch nicht fertig, aber soll wohl innerhalb eines Jahres soweit sein.
12:39 Das bizarre an der Meldung ist aber, dass ich bei Ria Novosti nichts dazu gefunden habe. Nanu?
12:39 Die Wasserwerke tun anscheinend winzige Krustentiere ins Wasser, die dann die Mückenlarven fressen. Krustentiere im Wasser sind aber nicht kosher. In New York gibt es eine substanzielle jüdisch-orthodoxe Gemeinde, die werden sich jetzt wahrscheinlich alle Wasserfilter anschaffen müssen oder so.
12:39 Als jemand, der auch schon mal von den US-Einwanderungsbehörden "befragt" wurde, kann ich nur sagen: ich kann da mitfühlen :-)
12:39 Türkische Dorfbewohner haben an einem Mittelmeerstrand die angeschwemmte Leiche eines ranghohen russischen Geheimdienstgenerals gefunden.Das ist bestimmt auch eine Erfahrung, die man so schnell nicht vergisst...
12:39
12:39
12:39 Das fände ich ja mal grandios. Und der Iran könnte das sogar schaffen, wer weiß, denn bei denen gibt es keine Energiemafia, die den Staat daran hindern möchte, Kernfusion zu erforschen, weil dann ihre Profite mit fossilen Brennstoffen und altertümlichen Kernspaltungsreaktoren schwinden könnten. Die EU plant jetzt schon Jahrzehnte an ITER herum, und bisher haben wir uns gerade mal auf den Standort einigen können, die Finanzierung ist noch wacklig.
Nicht, dass der Iran die Technologie hätte, um so etwas mal eben zu machen, aber das kann sich ja noch ändern. Und der wichtigste Aspekt bei sowas ist ja, dass man überhaupt erst mal den Willen entwickelt, das tatsächlich zu machen. Und das traue ich den Iranern in der Tat mehr zu als der EU mit ihrem Standort-, Posten- und Bürokratiegeschacher.
Und wer weiß, vielleicht geht das ja auch bei uns plötzlich ganz schnell, wenn es so aussieht, als könnte der Iran uns alle düpieren. Das hat ja zuletzt beim Human Genome Project gut funktioniert, der Druck von außen.
12:39 It warns of the dangers posed by conspiracy theories – from hindering counter-terrorism work by reducing public trust in the Government, to encouraging new alliances between extremists based on such theories – and recommends the Government fight back by infiltrating internet sites to dispute these theories.Ist das nicht goldig? Die Gefahr, die sie sich da aus dem Arsch ziehen mußten, ist, dass die Terroristen auf neue Ideen kommen könnten, mit wem sie Allianzen machen! Das hieße ja im Umkehrschluss, dass die Theorien doch näher an der Realität sind als sie direkt davor sagen. :-)
12:39 An sich ist das ja alles nicht witzig, aber der folgende Absatz hat mich doch zum Schmunzeln gebracht:
Initial news stories indicated Williams had been stabbed, but police have since disputed that information, noting that — other than being stuffed into a duffel bag — there were no obvious signs of foul play. A toxicology report is expected Tuesday.Na dann... :-)
12:39
12:16 Die deutsche Sprache kennt das Phänomen der Auslautverhärtung, die dafür sorgt, dass Begriffe wie "Rad" und "Rat" oder "Blog" und "Block" gleich klingen, wenn man sie ausspricht. Die englische Sprache kennt dieses Phänomen nicht, "bad" klingt anders als "bat".
Bild.de-Koch Andreas "Studi" Studer möchte den "lieben Bild.de-Usern" etwas Englisch beibringen und bereitet dazu ein "American barbeque" zu (natürlich stilecht im Bratschlauch).
Oder, wie Bild.de es formuliert:
Zur Grillparty gehören "garlic", "honey" und "corn on the cop".
Dabei hatte sich Studer sogar Mühe bei der englischen Aussprache gegeben und eben nicht von einem "cop" gesprochen, sondern von "cob". Also nix mit Polizisten, sondern lediglich mit Maiskolben.
Mit Dank an Chris und Alexander B.
Nachtrag, 13.16 Uhr: Nachdem Bild.de die Leserkommentare zum Thema über Stunden ignoriert hatte, haben sie schnell auf unseren Eintrag reagiert und den Fehler unauffällig korrigiert.
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1. "Bekenntnis zu Sarrazin"
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Michael Spreng hätte, anders als "Bild" und "Spiegel", das derzeit in vielen Medien verhandelte Buch "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin nicht vorabgedruckt. "Ohne die beiden spektakulären Vorabdrucke wäre der Aufmerksamkeitspegel nicht über Normalmaß gestiegen: Sarrazins Buch wäre ohne sie nicht über den Zweispalter im Politikteil oder im Feuilleton hinausgekommen, Sarazin hätte sein Buch nicht vor 250, sondern vor maximal 50 Journalisten vorgestellt, er wäre nicht die Spitzenmeldung aller TV-Nachrichten geworden."
2. "Keine Sympathien für ein Leistungsschutzrecht"
(nzz.ch, ras.)
Die "NZZ" zählt fünf Gründe gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf: Die Urheberrechte sind bereits geschützt, niemand ist gezwungen, Inhalte kostenlos anzubieten, niemand muss sich von Suchmaschinen finden lassen, der freie Fluss des digitalen Markts kann nicht verboten werden, das Gesetz wäre als Gebührenerhebungssystem ein "grenzüberschreitendes bürokratisches Monster".
3. "Abmahnungen gegen Blogs"
(spiegel.de, Frank Patalong)
Frank Patalong stellt die Firma Righthaven LLC vor: "Das Unternehmen wurde gegründet, um Blogs gezielt wegen der Verletzung von Coyprights zu verklagen."
4. "Kleine Formate ganz groß"
(journalist.de, Videos)
Christian Bartels und Svenja Siegert stellen gelungene Web-Experimente von Journalisten vor.
5. "Off topic? Die siamesischen Falter"
(ag-athe.at)
Ein Artikel in der "Kronen Zeitung" über Schwalbenschwänze erheitert derzeit Biologen.
6. "Kleider machen heute"
(juliane-wiedemeier.de)
Juliane Wiedemeier analysiert die Bekleidung von Moderatorinnen bei ARD und ZDF.
18:15 Es war eine "tolle Fahrt in einem Doppelstockbus", bevor die Reporterin das Schiff bestieg. Dort ist dann alles "supertoll, weil alles leuchtet und glänzt und die Treppenstufen mit Glitzersteinen verziert sind". Der Balkon in der Kabine war "toll", die Büffets "sehr lecker", der Kellner "sehr lustig" und die Shows im Bord-Theater "toll".
Klar, dass ihr Fazit über die Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der "MSC Fantasia" da lautet:
Ich fand die Reise mit diesem großen Schiff toll, vor allem, weil ich so gerne auf das Meer schaue.
Was die Reisereportage im "Münchner Merkur" von dem Lobhudel-Journalismus unterscheidet, den man sonst im Bezug auf Kreuzfahrten leider schon fast gewohnt ist, ist die Autorin: Heidi ist erst elf Jahre alt und als "Kinderreporterin" im Einsatz.
Oder wie es der "Merkur" ausdrückt:
Immer, wenn Ferien sind, schicken wir die Kinderreporter los, damit sie uns von den Reisezielen dieser Welt berichten. In diesem Jahr geht es um Kreuzfahrten.
Weil wir wissen wollten, was das bedeutet, haben wir beim "Münchner Merkur" nachgefragt. Die Redaktion erklärt uns, dass im Frühjahr Reisen ausgelobt würden, "für die sich die Kinder ganz offiziell bewerben können."
Aus allen Bewerbungen wählt ein Team aus Redakteuren die jeweiligen Reporter nach Eignung und Fähigkeit aus. Die Reisen werden natürlich, das ist auch bei professionellen und hauptberuflichen Reisereportern meistens der Fall, von Veranstaltern unterstützt, was der Objektivität der Berichterstattung allerdings nicht im Wege steht. Von den Kindern (sie sind in keinem Fall mit einem Redaktionsmitglied verwandt oder sonstwie verbunden) wird keine positive Berichterstattung erwartet.
Man kann es einem elfjährigen Mädchen nicht übel nehmen, dass sie von einer Kreuzfahrt (mutmaßlich ihrer ersten) begeistert ist und letztlich alles – mit Ausnahme von Neapel (dreckig) und Landausflügen (teuer) – "toll" findet. Aber wenn der "Merkur" ihren euphorischen Text über die "MSC Fantasia" abdruckt und im Internet gleich die Website verlinkt, auf der man die Reise buchen kann, ist das vermutlich effektiver als jede offizielle Anzeige, die die Reederei hätte schalten können.
Mit Dank an Hans P.
12:42 Ereignisse, die gerade im Moment stattfinden, sind nicht immer leicht zu durchblicken. Gerade Amokläufe haben die Tendenz, wegen ihrer willkürlichen, oft extremen Gewalt zumindest anfangs sehr unübersichtlich zu sein. Idealerweise hat der Schutz der Bevölkerung, die Entwaffnung des Täters und die Versorgung von Verletzten auch Vorrang vor einer korrekten, detaillierten Berichterstattung der Situation.
Als es gestern in der slowakischen Hauptstadt Bratislava zu einer Schießerei kam, war längere Zeit unklar, was überhaupt los war. Die Deutsche Presseagentur (dpa) vermeldete um 14.22 Uhr:
Die Tageszeitung "SME" berichtete auf ihrer Internetseite, der Täter sei ein 15-jähriger Drogensüchtiger. Er habe sich anschließend selbst getötet.
Um 15.27 Uhr hieß es plötzlich:
Der etwa 50 Jahre alte Mann habe mit einer Maschinenpistole und zwei Gewehren in einer Wohnung zunächst fünf Menschen erschossen und dann auf dem Weg nach draußen einen weiteren Mann.
In diesem Chaos kann man es den Machern von Bild.de kaum übel nehmen, dass auf ihrer Startseite zu diesem Zeitpunkt folgender Teaser zu sehen war:

Der dazugehörige Artikel wurde im Laufe des Tages mehrfach überarbeitet und an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Allerdings nicht vollständig.
Und so heißt es auch heute noch in der Bildergalerie unter dem Foto des 50-jährigen Täters:

Mit Dank an Paul Z., Klaus H. und den anderen Hinweisgeber.
8:54 6 vor 9
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1. "Sarrazin führt Deutschland vor"
(konjovic.de, Georg Konjovic)
"Es steht 5:0 für Thilo Sarrazin im Spiel 'Provokanter Autor’ versus 'Hysterie-süchtige Republik’."
2. "Sarrazin und die Medien: Pure Heuchelei"
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Für Robin Meyer-Lucht hatte die "Huldigung in Blitzlichtgewittern" anlässlich der Pressekonferenz zur Buchvorstellung von Thilo Sarrazin etwas Bedrückendes. Der Journalismus renne "sklavisch der Gier des Publikums nach", denn Sarrazin sei "aus dem Stoff gemacht, der Auflage bringt", ein "Auflagen- und Aufmerksamkeitsgoldstück". Siehe dazu auch "Ein Abgrund an Journalismus-Verrat" (blog-cj.de, Christian Jakubetz).
3. "Reisebetrug über RTL-Videotext"
(ndr.de, Video, 7:20 Minuten)
Eine auf RTL Videotext geschaltete Werbeanzeige für Urlaubsreisen stellt sich als betrügerisches Angebot heraus.
4. "Vom Mordopfer ein falsches Bild machen"
(derstandard.at, Harald Fidler)
"Krone", "Österreich" und "Kurier" veröffentlichen ein Bild einer ermordeten Frau, das unter ihrem Namen bei Facebook zu finden war. "Ob es tatsächlich die Seite des Opfers war, oder, wofür es Hinweise gibt, einer Frau gleichen Namens gehört, war Sonntag nicht zu eruieren."
5. "Die häufigsten Fehler der taz-Autoren"
(blogs.taz.de/hausblog, Matthias Fink)
"Der häufigste Fehler ist aber sicher das Auseinanderschreiben von allem und jedem. Selbst wer weiß, dass die reine Getrenntschreibung nicht das Wahre ist, setzt oft nur einen Bindestrich, wobei 'Heinrich Heine-Straße’ mit 'Heinrich-Heine Straße’ konkurriert."
6. "Sag beim Abschied leise Servus!"
(zeit.de, Jens Jessen)
"Zeit"-Feuilletonchef Jens Jessen mahnt zur Zurückhaltung beim Ausstand nach dem Praktikum. "Als ich zum Ende meiner Hospitanz bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mehrere Bleche Pflaumenkuchen servierte, wurde dieser zwar gerne gegessen – aber vielleicht auch zu gerne, denn der Feuilletonchef verabschiedete mich mit den Worten, dies sei der beste Artikel, den ich bisher abgeliefert hätte."
15:49 Seit dem Siegeszug des Internets ist die Welt ja angeblich kleiner geworden — übersichtlicher aber offenbar nicht, wie drei aktuelle Geographie-Fehler verschiedenster Medien beweisen:
Stürmer Dimitar Rangelov (27) steht zwar im 18-er Aufgebot, doch auch seine Tage in Dortmund sind gezählt. BILD erfuhr: Dem Rumänien wurde ebenfalls vom BVB nahe gelegt, sich ausleihen zu lassen. Angeblich soll Freiburg Interesse haben…
Mal davon ab, dass Dimitar Rangelov natürlich nicht ganz "Rumänien" ist, ist er auch nicht Rumäne, sondern Bulgare.
* * *
Das mit "Slowenien" beschriftete Land ist die Slowakei — und in deren Hauptstadt Bratislava fand auch der besagte Amoklauf statt.
* * *Im westafrikanischen Benin wurden Tausende Menschen finanziell ruiniert, weil sie einem windigen Finanzunternehmen Glauben schenkten. (…) In der Hauptstadt Cotonou spielen sich seit Tagen ergreifende Szenen ab.
Die Hauptstadt Benins heißt Porto Novo, Cotonou ist der Regierungssitz.
Mit Dank an Jan Sch., Simon B., Sebastian und Gregor K.
Nachtrag, 16.24 Uhr: Bei ksta.de heißt die Slowakei jetzt auch "Slowakei".
2. Nachtrag, 21.01 Uhr: In der Zwischenzeit hat auch tagesschau.de Cotonou zum Regierungssitz ernannt.
15:18 Eine Woche, nachdem der "Spiegel" einen Vorabdruck des neuen Buchs von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin veröffentlicht hatte ("Bild" hatte im Laufe der Woche das gleiche getan), wurde das Buch heute endlich offiziell vorgestellt — begleitet von Livetickern auf "Spiegel Online" und Bild.de.
Auch sonst geben sich die Medien viel Mühe, die von ihnen selbst entfachte Kontroverse um den früheren Berliner Finanzsenator umfangreich auszuschlachten abzudecken: "Spiegel Online" hat da zum Beispiel eine Bildergalerie vorbereitet, die die Proteste gegen Sarrazin bei dessen Buchpräsentation zeigt.
Demonstrant in Berlin: Begleitet von einem Polizeiaufgebot machten einige Bürger ihrem Ärger Luft.
stand da erst, dann:
Demonstrant in Berlin: Begleitet von einem Polizeiaufgebot machten die Bürger ihrem Ärger Luft. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Politikern der SPD, der Grünen, der Linken sowie Gewerkschaftsvertretern.
Das wäre gar nicht weiter erwähnenswert — wenn, ja wenn das dazugehörige Foto nicht etwas ganz anderes zeigte:

Nicht nur, dass der Demonstrant sich offensichtlich bei Sarrazin bedankt — er hat auch gleich noch die Webadresse der islamophoben Hassseite "Politically Incorrect" auf sein Schild gekritzelt.
Inzwischen hat "Spiegel Online" offenbar bemerkt, was für Inhalte da (wieder mal) unbesehen in eine Bildergalerie gerutscht waren, und hat das Foto durch ein ganz anderes ersetzt.
Mit Dank an Tobias B. und Reemt R.
13:47 Die Sängerin Nadja Benaissa ist in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Darmstadt zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und 300 Stunden Sozialarbeit verurteilt worden, weil sie einen früheren Partner mit dem HI-Virus infiziert hatte.
Oder wie es die österreichische Boulevardzeitung "Österreich" am Freitag auf ihrer Titelseite ausdrückte:

Mit Dank an Gerhard A.
8:54 6 vor 9
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1. "Bilanzen, Blödsinn und Bernanke"
(markusgaertner.com)
Wie gehen Finanzjournalisten mit Zahlen um, fragt sich Markus Gärtner: "Wir lassen uns von Ämtern, Investmentbanken und Lobbyorganisationen wie Verbänden mieses Zahlenmaterial andrehen und nehmen es für bare Münze. Wir haben auch keine Zeit, tiefer in dicken Quartals- und Jahresberichten zu graben. Das habe ich erst richtig gemerkt, als ich anfing diesen Blog aufzubauen und Themen zu recherchieren, für die Zeitungen keine Zeit haben."
2. Interview mit Gisela Friedrichsen
(tagesspiegel.de, Thomas Eckert und Joachim Huber)
"Spiegel"-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen wird gefragt, ob sie bereits in der Rolle der "Kachelmann-Expertin" sei: "Plappern Sie doch nicht so dummes Zeug nach! Sie beleidigen mich! Im Fernsehen gibt es nur 'Experten': Adelsexperten, Terrorismusexperten, Geheimdienstexperten, Gesundheitsexperten, Asienexperten etc. Dass ich nicht lache: Kachelmann-Expertin! Ich kenne diesen Herrn nicht. Ich werde den Prozess gegen ihn beobachten, wie ich tausend andere Prozesse auch beobachtet habe. Über den Fall habe ich bisher einen einzigen kurzen Kommentar geschrieben …"
3. "Für wie blind hält Sky eigentlich den Zuschauer?"
(sportmedienblog.de)
Das Sportmedienblog stellt fest, dass die Bundesligakonferenz "- anders als beworben – gar nicht vollständig in nativem HD ausgestrahlt" wird.
4. "Mächtige Burschen, raue Gesellen"
(sueddeutsche.de, Katharina Riehl)
Katharina Riehl besucht einen Schreiber von Groschenromanen: "Die Welt von Dieter Walter ist eine Wohnung am Stadtrand von Augsburg. Ein kleines Wohnzimmer mit freundlichen Stofftieren, an der Tür hängt ein rotes Stoffherz mit der Aufschrift 'Ich liebe dich', an den Wänden Fotos von ihm und seiner philippinischen Ehefrau."
5. "Probieren statt kopieren"
(fr-online.de, Peer Schader)
Peer Schader porträtiert die Firma Brainpool aus Köln, die hinter Sendungen wie "TV Total", "Unser Star für Oslo" und "Ladykracher" oder Serien wie "Pastewka" oder "Stromberg" steht.
6. "Mathias"
(shripsinn.blogspot.com)
Shrip entdeckt in der "taz" einen Mathias.
18:47 Über "Spiegel Online" heißt es häufig, Fehler würden dort schnell und transparent korrigiert.
Schnell ging es offenbar wirklich, den Fehler im Vorspann dieses Artikels zu korrigieren:
Schlecker bleibt unter Druck. 150.000 Datensätze von Online-Kunden der Drogeriekette konnten im Internet abgerufen werden. Die Sicherheitslücke ist zwar inzwischen geschlossen. Doch nun ist öffentlich, dass neben der Allianz und dem Finanzministerium auch der SPD-Vorstand dort einkauft.
Der letzte Satz war, höflich ausgedrückt, Unfug — und deshalb auch nach wenigen Stunden wieder gelöscht.
Richtig ist, was im Artikel steht:
Der für die Panne verantwortliche Online-Dienstleister der Drogeriekette hatte dem Bericht zufolge auch das Finanzministerium, den Versicherungskonzern Allianz, das Bundesverwaltungsgericht und den SPD-Parteivorstand als Kunden.
So steht es auch in dem Artikel in "Bild", auf den sich "Spiegel Online" beruft:
Brisant: Der Online-Dienstleister, bei dem die Schlecker-Daten ungesichert liegen, berät auch Bundesministerien, das Bundesverwaltungsgericht, die Allianz und den SPD-Parteivorstand.
Transparent wurde da allerdings (mal wieder) nichts korrigiert: Der irreführende Satz wurde einfach aus dem Vorspann getilgt und gut war's.
Anderseits ist das immerhin mehr, als beim wortgleichen Artikel auf manager-magazin.de geschehen ist, wo es immer noch heißt:

Mit Dank an Peter A., Alexander S., Markus E. und André H.
Nachtrag, 28. August: Das "Hamburger Abendblatt" schreibt heute in seiner Printausgabe:
Laut "Bild"-Zeitung umfassten die Datensätze Vor- und Nachnamen, Adresse, Geschlecht, E-Mail-Adresse und Kunden-Profil sowie 7,1 Millionen E-Mail-Adressen von Newsletter-Kunden der Drogeriefirma. Zu den Kunden gehörten demnach das Finanzministerium, die Allianz, das Bundesverwaltungsgericht und der SPD-Parteivorstand.
Und tagesschau.de berichtete schon gestern:
Zwar sei der Fehler inzwischen behoben, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Bekannt ist aber nun, wer alles bei Schlecker einkauft. Zum Beispiel das Finanzministerium.
Mit Dank an Jürgen K. und Tobias P.
2. Nachtrag, 29. August: Und der Deutschlandfunk meldete gestern:
Zu den Online-Kunden sollen unter anderem das Finanzministerium, das Bundesverwaltungsgericht und der SPD-Parteivorstand gehören.
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11:32 So gesehen empfinde ich für den Mann Mitleid, nicht Wut. Der steht derartig unter der Fuchtel seiner Frau, da kann man nur Mitleid empfinden. Finde ich. Der Mann ist im Vorstand der Bundesbank und derart unter der Fuchtel und wenig zum eigenen Nachdenken fähig... wow.
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11:32 Nichts zu sehen hier, weitergehen!
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11:32 Much attention has been paid recently to the increasing occurrence of American-grown Islamic terrorists conducting attacks against US targets, primarily in the homeland. Less attention has been paid to homegrown terrorism, not exclusively Muslim terrorists, exported overseas to target non-US persons. This report examines the implications of what it would mean for the US to be seen increasingly as an incubator and “exporter of terrorism.”Da bleibt kein Auge trocken! SECRET//NOFORN. Mwahahahaha
11:32 Police say the passenger asked the driver, "Are you Muslim?" When the driver said yes the passenger pulled a knife and slashed him in the throat, arm and lip.
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